Wussten Sie, dass ein Drittel der deutschen Bevölkerung Eingriffe in die Freiheitsrechte und das Impfen ablehnt?


Köln, Deutschland - 3. März 2014: Traditioneller Karneval in Köln, Deutschland. Ein großer Karnevalswagen bewegt sich durch die Menschenmassen in den Straßen, während die Zuschauer jubeln und nach Süßigkeiten rufen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von einem Stufenplan zur Lockerung der Abschottung gesprochen. Zugleich sagt sie, Deutschland befinde sich in der dritten Welle. Eine Öffnung scheint also noch in weiter Ferne zu liegen, meint WELT-Reporter Michael Wüllenweber.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Eine signifikante Zahl spricht sich gegen die Einschränkung von Freiheiten bei der Coronavirus-Pandemie aus. Und längst nicht alle wollen geimpft werden.

Laut einer Umfrage gibt es deutliche Vorbehalte gegen die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten bei der Pandemie und gegen eine COVID19-Impfung. Ein Drittel der Bürger in Deutschland (33 Prozent) lehnt Eingriffe in die bürgerlichen Freiheiten zur Bekämpfung der Pandemie "ziemlich" oder "ganz" ab. Und 34 Prozent wollen sich nicht impfen lassen, wie die am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergab.

Für die Studie befragte das Norstat-Institut Ende 2020 mehr als 1.000 Erwachsene. Nach Angaben der Gütersloher Stiftung ist die Ablehnung von Impfungen und Freiheitseinschränkungen überdurchschnittlich hoch bei Menschen, die besonders leistungs- und erfolgsorientiert sind. Die Coronavirus-Krise verschärfe ohnehin schon schwelende Wertekonflikte, sagte Yasemin El-Menouar, Mitautorin der Studie "Zwischen individueller Freiheit und Gemeinwohl".

Rund 45 Prozent der Befragten sind zudem überzeugt, dass die Krise auch positive Auswirkungen haben kann - im Hinblick auf den Klimaschutz und das soziale Miteinander.

Und 82 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Pandemie die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels in der Gesellschaft aufzeigt.