Professor Drosten im Dilemma des PCR-Tests


Krankenhaus mit Bett in der Flur

Am 4. Februar 2021 hat das Amtsgericht Heidelberg Professor Dr. Christian Drosten als Sachverständigen in einem Verwaltungsdisziplinarverfahren bestellt. Dies geschah auf Antrag von Rechtsanwältin Beate Bahner.

Zur Behauptung des Verteidigers, dass ein PCR-Test eine Infektion im Sinne des § 2 Infektionsschutzgesetz nicht nachweisen könne, soll laut Christian Drosten "ein schriftliches Gutachten erstellt werden".

Hintergrund

Auch der beste PCR-Test kann keinen "direkten Erregernachweis" (RKI) erbringen, geschweige denn eine "Infektion" im Sinne des IfSG feststellen, denn der Begriff setzt das Vorhandensein eines "vermehrungsfähigen Erregers" im betroffenen Organismus voraus. So etwas kann kategorisch nicht direkt diagnostiziert werden, weder allein, noch durch eine PCR. Hier geht es nicht um Wortklauberei oder Semantik, sondern um die juristische Präzision, die Gesetzgebung und Rechtsprechung den Bürgern schuldig sind.

Mit anderen Worten: Jeder - ob Fachmann oder Laie - kann unter "Infektion" oder "Covid 19-Fall" im Prinzip verstehen, was er will, und seine Definition so (vage oder offen) formulieren, dass die PCR - unabhängig vom effektiven Testdesign und der praktischen Handhabung - als ausreichendes Nachweisinstrument erscheint. Die gesetzliche Definition von "Infektion" lässt dagegen vergleichsweise wenig Spielraum für Interpretationen. Darüber hinaus unterliegen auch die technische Funktionsweise des PCR-Verfahrens im Allgemeinen sowie die wissenschaftlichen Anforderungen an gute Tests und deren korrekte Handhabung im Besonderen der richterlichen Tatsachenfeststellung (objektiv geltende Maßstäbe).

Vom Gericht bestellter Sachverständiger Drosten

Die Brisanz des Gerichtsverfahrens liegt auf zwei Ebenen. Erstens: Bisher haben Gerichte die Eignung von PCR-Tests für den Nachweis von Infektionen in entsprechenden COVID-Verfahren immer als gegeben hingenommen und nie in Frage gestellt (weil sie von Experten vorher geklärt worden war). Zweitens: Es macht einen Unterschied, ob man in einer vermeintlichen oder tatsächlichen rechtlichen Grauzone der Regierung, den Medien und der Bevölkerung seine Expertenmeinung mitteilt, dass PCR-Tests zuverlässig sind (für welchen Zweck auch immer) und dabei möglicherweise glaubt, dass nur die Politik mit einer straf- und zivilrechtlichen Haftung für die Rechtskonformität der auf PCR-Tests basierenden Entscheidungen befasst ist, oder ob man gezwungen ist, sich als öffentlich bestellter Sachverständiger explizit wahrheitsgemäß zum Zusammenhang zwischen PCR-Tests und "Infektion im Sinne des Gesetzes" zu äußern.

Wenn Drosten als einer der Berater der Regierung vor Gericht die Gültigkeit von PCR-Tests zur Bestimmung von Infektionen im Sinne des Gesetzes bestreitet oder relativiert, könnte dies weitreichende Folgen für nachfolgende COVID-Prozesse und große Teile der COVID-Politik haben. Wenn es ihm kurzfristig gelingt, das Gesetz zu umgehen, könnte ein absichtlich falsches Gutachten mittel- oder langfristig zu seinem persönlichen Verderben führen, weil es eine Straftat darstellt. Einen Weg zu finden, eine Stellungnahme nicht zu schreiben, macht auch keinen guten Eindruck.

Werkzeuge, die für sich genommen nur von begrenztem Wert sind

Es lohnt sich also, das, was über das PCR-Verfahren im Allgemeinen und die Genealogie der COVID-Testpraxis im Besonderen bekannt wird, sowie über Christian Drostens Handeln und Beiträge zu dieser Geschichte neu zusammenzustellen.

Generell sind Labortests in der Medizin lediglich Hilfsmittel, die für sich genommen nur eine begrenzte Aussagekraft haben und nur in Verbindung mit der Anamnese und Differentialdiagnostik den Verdacht auf bestimmte Erkrankungen und Ursachen bestimmter Symptome bestätigen können. Wenn Rachen- und Nasenabstriche mit PCR-Methoden auf Erkältungsviren untersucht werden, birgt bereits ihre Entnahme mehr potenzielle Fehlerquellen als beispielsweise der Umgang mit Blutproben. Im Falle von COVID handelt es sich auch um RNA-Viren, die PCR-Methode funktioniert aber nur mit DNA.

Deshalb muss (einzelsträngige) RNA mit Hilfe eines Enzyms (Revers Transcriptase) in (doppelsträngige) DNA isoliert werden. (Deshalb wird das Verfahren auch RT-PCR genannt). Dem geht eine Lyse voraus, die die im Abstrich enthaltenen Zellen und ggf. Viren in ihre Bestandteile zerlegt und gewissermaßen zerkleinert. Auch wenn vor der PCR-Technik intakte und vollständige RNA-Viren in der Probe vorhanden sind, kann der Test erst im Verlauf des PCR-Verfahrens DNA-Genfragmente nachweisen - und das auch erst nach vielen Vermehrungszyklen des Materials.

Der Rückschluss auf a) intakte und vollständige, ursprünglich in der Probe vorhandene RNA-Viren in b) reproduzierbarer Anzahl (Viruslast, Infektiosität nach IfSG) ist also von vornherein indirekt (und nicht direkt) und hängt insbesondere von zwei Faktoren ab: Man sucht nach vorgegebenen cDNA-Fragmenten (korrespondierende DNA), die bestimmten RNA-Fragmenten entsprechen sollen, die man dem gesuchten RNA-Virus als spezifische Bestandteile zuordnet. Um einigermaßen sicher zu sein, dass man nicht nur Virustrümmer und -fragmente (indirekt) nachweist, sondern den Verdacht auf ein komplettes Virus begründen kann, würde man drei zu findende Ziel-RNA-Gene bestimmen, die am Anfang, in der Mitte und am Ende des Virusstrangs liegen. Wenn dann alle drei Ziel-cDNA-Fragmente nachgewiesen werden, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass ein intaktes RNA-Virus im Ausstrich vor der Zerkleinerung durch Lyse vorhanden war.

Rückschlüsse auf das relevante Vorhandensein eines wirksamen Virus sowie dessen Replikationsfähigkeit (Viruslast) haben etwas mit der Anzahl der Replikationszyklen zu tun, die benötigt werden, um die gesuchten Fragmente zu erkennen. Je mehr Durchläufe es braucht, um das gesuchte Fragment sichtbar zu machen, desto weniger war es ursprünglich vorhanden. Aus diesem Grund werden Schwellenwerte für die Anzahl der Vervielfältigungszyklen (Ct-Wert) festgelegt. Seit etwa September 2020 gibt es einen Konsens, u.a. WHO, Drosten, RKI, dass positive PCR-Testergebnisse, die auf mehr als 30 bis 35 Zyklen beruhen, wertlos oder null sind. Positive Nachweise unter 30 bis 35 Zyklen deuten zwar auf "Viren" hin (wirklich positiv, aber nicht unbedingt infektiös), aber erst bei weniger als 15 bis 20 Zyklen wäre die Annahme einer Viruslast als ausreichend gerechtfertigt, um einen Infektionsverdacht und Infektiosität in Verbindung mit entsprechender Anamnese und Differentialdiagnose zu begründen (wirklich positiv im Sinne einer möglichen Infektion/Krankheit nach IfSG).

Wissenschaftlich und rechtlich hätten nur solche PCR-Testergebnisse als positive (Verdachts-)Fälle einer Infektion/Erkrankung gemeldet werden dürfen, bei denen, nur bezogen auf symptomatische Personen, alle drei entsprechenden Zielfragmente (semispezifisch für SARS-CoV-2) nach weniger als 20 Zyklen nachgewiesen werden. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit von mehr falsch-positiven Testergebnissen enorm, wenn die Prävalenz des Virus in der Bevölkerung vor dem Test durch das Testen von symptomlosen Personen abnimmt. Dies ist ein gesundheitspolitisches bzw. teststrategisches Problem, das nichts mit der Qualität des Testdesigns zu tun hat und das auch durch exzellente Tests nicht umgangen werden kann.

Der Drosten-Test

Im Januar 2020 hatte die WHO bereits ein PCR-Testprotokoll (in mehreren Versionen) für den Nachweis des neuen Coronavirus als Leitfaden für Labore weltweit empfohlen, das dann in einem weiterentwickelten Artikel in der Zeitschrift Eurosurveillance veröffentlicht wurde. Der Hauptverantwortliche (Autor sowie Ansprechpartner) für die Protokolle und den Artikel ist Christian Drosten. Von Beginn der "Corona-Krise" an wurden Zweifel (z.B. von Wolfgang Wodarg) an der Aussagekraft des "Drosten-Tests" und an der historisch erstmaligen Anwendung der PCR-Methode zur Massenuntersuchung (auch bei symptomlosen Personen) völlig entkoppelt von der individuellen Anamnese und Differentialdiagnose artikuliert.

Dann, Ende November 2020, forderte ein Konsortium von Wissenschaftlern Eurosurveillance auf, die Drosten-Studie zurückzuziehen.

Screenshot of cormandrostenreview.com

Es wurden Beschwerden über Interessenkonflikte (von denen einige nicht oder erst später offengelegt wurden) einiger Autoren vorgebracht, die an dieser PCR Geld verdienen und/oder an der redaktionellen Arbeit von Eurosurveillance mitwirken, was dem ohnehin schon fragwürdigen, schnellsten Peer-Review-Prozess (27 Stunden) der Geschichte einen zusätzlichen Makel verleiht. Noch entscheidender ist jedoch, dass es zahlreiche akribisch nachgewiesene handwerkliche Fehler im Test gibt (Primer-Design, Temperaturen usw.), die ein ordnungsgemäßer Peer-Review-Prozess hätte aufdecken müssen und die zur Produktion falscher oder null-positiver Ergebnisse führen (die zu Unrecht den Nachweis einer Infektion behaupten). Später noch ein Addendum, das sich u.a. mit den Schwierigkeiten des Drosten-Protokolls in der Laborpraxis beschäftigt. Lesen Sie hier.

Ich beschränke mich hier auf zwei Unzulänglichkeiten, die die Zielgenfragmente und die Anzahl der Zyklen betreffen. Sie sind auch für Laien der Molekularbiologie oder Biochemie verständlich und haben ein politisch folgenreiches Nachspiel.

1.) Die zunächst drei, später nur noch zwei Targets des Drosten-Protokolls (Dual-Target-Test) befinden sich zwischen der Mitte und dem Ende des Virusstrangs, keines am Anfang. Unabhängig von der Frage, ob die spezifischen Targets ausreichend spezifisch für SARS-Cov-2 sind, ist es nicht möglich, zwischen detektierten Virustrümmern oder Gensegmenten und einem kompletten Virus zu unterscheiden.

2.) Einerseits gibt das Protokoll keine Ct-Werte vor, weder für die Frage, ob eine Probe noch sinnvoll als positiv bewertet werden kann, noch im Hinblick auf eine Viruslast, die auf eine Infektion oder Infektiosität schließen lässt. Andererseits arbeitet es selbst mit 45 Zyklen. Labore, die dieses Protokoll gemäß der WHO-Empfehlung als Richtlinie verwenden, hatten also zwei Möglichkeiten: Die Ct-Werte nach eigenem Gutdünken einzustellen oder die 45 Zyklen des Protokolls als Richtwert zu verwenden. So oder so hat es nie eine geeichte Laborpraxis für einen "positiven Bericht" ("Neuinfektion") gegeben (sondern eine chaotisch uneinheitliche Testlandschaft) und Berichte auf der Basis von 40-45 Zyklen (die vielerorts gängige Praxis waren) waren in Wirklichkeit alle - nicht nur bei symptomlosen Personen - falsch positiv oder null positiv.

Eurosurveillance hat zwei Monate gebraucht, um auf die Kritik zu antworten. In einer Erklärung von Anfang Februar 2021 stellt sie erwartungsgemäß fest, dass man keinen Grund sieht, die Drosten-Studie zurückzuziehen. Die Erklärung geht auf keinen der kritisierten technischen Mängel ein, sondern greift auf eine weiterhin allgemeine Argumentation zurück. Das PCR-Testprotokoll sei in einer Notlage in aller Eile entwickelt worden und daher so wissenschaftlich, wie es angesichts der damals nur begrenzt verfügbaren Informationen und des Zeitdrucks hätte sein können. "Mit mehr Daten und der Entwicklung des Wissens haben die Labore seitdem die ursprüngliche Methode weiter verbessert, als Standardverfahren."

Lässt man die Frage beiseite, was im Januar 2020 eigentlich die Notlage gewesen sein soll, mit begrenzten Informationen über Nacht einen PCR-Test für ein Virus entwickeln zu müssen, das von Drosten bis März noch als gewöhnliche und von der Mehrheit unbemerkte Erkältung angesehen wurde, lohnt sich ein Blick auf die effektiven Beiträge von Drosten zur angeblichen Steigerung der PCR-Qualität, die - in Zusammenarbeit mit der WHO entstanden - in Wirklichkeit als gewollte Verschlechterungen zu werten sind: Sie betreffen Ct-Werte und die Anzahl sowie die Spezifität der Zielgenfragmente. Lesen Sie hier.

Drosten und die Etablierung der Einzelgen-PCR

Das WHO-Protokoll des Drosten-Tests vom 13. Januar 2020 zielte auf drei Genabschnitte innerhalb der rechten Hälfte des Virusstrangs ab: RdRp (von den Laboren oft als Orf[1ab] abgekürzt), E-Gen und N-Gen. Im zweiten Protokoll vom 17. Januar, das das erste ersetzt, gibt es nur zwei Zielgene. Das N-Gen wird weggelassen, wodurch sich der Abstand zwischen den Zielgenen (der Bereich des Virusstrangs, den sie abdecken) weiter verringert. Der Eurosurveillance-Artikel vom 23. Januar präsentiert dann eine Mischung aus beiden Protokollen, indem er einen N-Gen-Test für entbehrlich erklärt und "für einen Routine-Workflow" einen Dual-Target-Test für das RdRp (Orf) und E-Gen empfiehlt. Lesen Sie hier.

Während das Robert-Koch-Institut immer behauptete, dass in deutschen Laboren überwiegend Dual-Target-Tests verwendet würden (schlimm genug: statt 3-Gen-Tests), wurde spätestens im Laufe des April 2020 und der folgenden Monate immer deutlicher, dass viele Labore ausgerechnet nur auf das unspezifische E-Gen testeten (Single-Tests) oder bei Dual-Target-Tests den Nachweis des E-Gens allein als ausreichend interpretierten, um den gesamten Test als positiv zu bewerten und entsprechend als "Fall" zu melden. Diese Labore beriefen sich auf eine Passage in der WHO-Testanleitung für Labore, deren Versionen am 2. März 2020 und am 19. März 2020 wie folgt lauteten (Siehe hier und hier)

In Gebieten, in denen das COVID-19-Virus weit verbreitet ist, könnte ein einfacherer Algorithmus angewandt werden, bei dem z. B. das Screening durch rRT-PCR eines einzelnen diskriminierenden Targets als ausreichend angesehen wird."

Das WHO Drosten Workflow-Protokoll in seiner zweiten Version vom 17. Januar 2020 sieht eine dreistufige Testung (mit zwei Zielgenen) vor - 1. Erstes Line-Screening E-Gen. Wenn positiv, dann 2. Bestätigungstest (RdRp). Wenn positiv, dann 3. Unterscheidungstest (RdRp). Wenn positiv, dann positives Gesamtergebnis. Die Reduktion des Testverfahrens auf ein reines E-Gen-Screening, wie sie von den Laboren unter Berufung auf eine WHO-Empfehlung vorgenommen wurde, ist demgegenüber eine weitere Verschlechterung der PCR-Qualität. Das komplette Gegenteil der von der Eurosurveillance behaupteten Qualitätssteigerung. Als externe Berater der Empfehlung nennt die WHO u.a. die Namen der drei Autoren der beiden WHO PCR-Protokolle und des Eurosurveillance-Artikels: Maria Zambon, Public Health England, UK; Marion Koopmans, Erasmus MC, Rotterdam, Niederlande; und dann erst: Christian Drosten, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Deutschland. Drosten mag diesen Qualitätsabfall in der PCR-Test- und Interpretationspraxis nicht verursacht haben, aber es ist schwer vorstellbar, dass er sich der Schwächen der Empfehlung nicht bewusst war - und ihrer logischen Konsequenzen für Testdesign und Handhabung in der Laborpraxis. Hier lesen

Er weiß, was er tut (1)

Drosten weiß sehr wohl um die Unzuverlässigkeit von Einzelgentests, ja um die Schwierigkeiten der PCR-Methode insgesamt. Das interessiert ihn nur dann nicht, wenn darauf Quarantäne-Entscheidungen beruhen oder Inzidenzen erreicht werden, die Einschränkungen in der Freiheit der Bevölkerung legitimieren sollen. Er reagiert erst, sobald Artikel erscheinen, die den Wuhan-Mythos in Frage stellen, also mittels PCR nachweisen, dass das Coronavirus z.B. in Frankreich schon Monate vorher vorhanden war. Drosten postet dies in einem Podcast im Mai 2020 (Folge 40) :

Ein PCR-Test, das muss klar sein, muss zunächst als zweifelhaft angesehen werden, solange er nicht durch weitere PCR-Tests, die das Virus in anderen Zielregionen des Genoms nachweisen, bestätigt wird. Gerade bei einem so wichtigen Befund, wenn es sich nicht um einen normalen Routinevorgang im Labor handelt, bei dem man es einfach wissen will, ist dies ein diagnostischer Standardfall: Ist es jetzt positiv oder negativ? Dann kann man sagen: Die PCR ist positiv. Wir betrachten den Patienten als infiziert. / Korinna Hennig: "Im normalen Alltag." / Christian Drosten: "Genau. Aber in einem Fall wie hier, wo Sie sagen, wir schreiben die Infektionsgeschichte dieser Krankheit um und sagen: In Wirklichkeit gab es das in Frankreich und dann ja wahrscheinlich auch überall sonst auf der Welt einen Monat früher oder noch länger. Und da ist vielleicht etwas verschwiegen oder nicht bemerkt worden. Wenn man einen so gewichtigen Befund veröffentlichen will, muss man ihn auch belegen. Dazu würde gehören, neben einer zweiten oder dritten Bestätigungs-PCR, auch eine Sequenzierung des Virus, also die Bestimmung der gesamten Genomsequenz des Virus. Das kann man machen, wenn die PCRs positiv werden. Das ist heutzutage technisch sehr einfach."

Die Seite corodok kommentiert treffend:

Für Drosten gibt es den "wichtigen Befund", und wenn man ihn als ambitionierter Wissenschaftler "publizieren" will, dann "muss man ihn auch absichern", was man tut, indem man "neben einer zweiten oder dritten Bestätigungs-PCR auch eine Sequenzierung des Virus durchführt": dreimal PCR plus Sequenzierung, denn ein PCR-Test "ist zunächst als zweifelhaft anzusehen, solange er nicht durch weitere PCR-Tests bestätigt wird, die das Virus in anderen Zielregionen des Genoms nachweisen." Immerhin. Und dann gibt es noch den "Routinebetrieb", nämlich die Untersuchung von Menschen, "wo man einfach wissen will, das ist ein Standard-Diagnosefall: Ist er positiv oder negativ? Dann kann man schon sagen: PCR ist positiv." Für reale Menschen reicht also offenbar eine einzige PCR, so wie er es mit der WHO beschlossen hat - auch wenn sie eigentlich "als unseriös anzusehen ist", wie er sehr wohl weiß. Echte Menschen interessieren ihn, unseren Regierungsberater, einfach nicht. Dementsprechend die Ratschläge. Und die Folgen.

Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang auch an das inzwischen berüchtigte Drosten-Zitat zu MERS aus dem Jahr 2014 über den Zusammenhang zwischen Medien und PCR-Testpraktiken in Saudi-Arabien: (Lesen Sie hier)

Es ist nur so, dass es bisher eine klare Falldefinition gab, ein strenges Schema, das bestimmte, welcher Patient als Mers-Fall gemeldet wurde. Dazu gehörte zum Beispiel, dass der Patient eine Lungenentzündung hatte, bei der beide Lungenflügel betroffen waren. Doch als Ende März dieses Jahres in Jeddah plötzlich eine ganze Reihe von Mers-Fällen auftrat, beschlossen die Ärzte dort, alle Patienten und das gesamte Krankenhauspersonal auf den Erreger zu testen. Und dafür wählten sie eine hochempfindliche Methode, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) [...], die aber so empfindlich ist, dass sie ein einziges Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel einen Tag lang über die Nasenschleimhaut einer Krankenschwester huscht, ohne dass sie krank wird oder sonst etwas bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo vorher todkranke Menschen gemeldet wurden, sind jetzt plötzlich leichte Fälle und eigentlich kerngesunde Menschen in der Meldestatistik enthalten. Das könnte auch die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Hinzu kommt, dass die hiesigen Medien das Ganze über Gebühr aufgebauscht haben. [...] Ich befürchte, dass der aktuelle Anstieg eher auf eine erhöhte Aufmerksamkeit zurückzuführen ist. Das ist hierzulande nicht anders. Wenn "Bild" oder die Abendnachrichten über einen Ausbruch eines bestimmten Virus berichten, steigt die Zahl der Laboruntersuchungen deutlich an. Einfach weil die Ärzte dann sensibilisiert sind und gezielt nach den Erregern Ausschau halten, über die berichtet wird."

Im Jahr 2020 gab es keine signifikanten Änderungen in der PCR-Technik im Vergleich zu 2014.

Doch am 30. September betont Drosten im Tagesspiegel die "Zuverlässigkeit von PCR-Tests für das Coronavirus SARS-CoV-2." Er sagt: "Ohne ein vollständiges Virusgenom gibt es keine Virusreste." Die PCR-Methode sei "einfach über jeden Zweifel erhaben" und biete "eine sehr wasserdichte Diagnose". (Lesen Sie hier)

Keine weltweite Einheitlichkeit bezüglich der PCR-Testtargets

Es gab - das weiß Drosten, weil er daran beteiligt war - weltweit keine Einheitlichkeit in Bezug auf die PCR-Testziele, was einen Vergleich von "Infektionsereignissen" zwischen Ländern eigentlich ausschließt:

Das fast 30.000 Nukleotide umfassende Genom von SARS2 beherbergt etwas mehr als ein Dutzend offene Leserahmen (ORFs). Allerdings werden nur etwa eine Handvoll davon als Zielsequenzen verwendet, und die Referenzlaboratorien der einzelnen Länder wählen teilweise unterschiedliche Ziele (siehe WHO-Protokollsammlung). In China sind dies zum Beispiel ORF1ab und N-Gen (Nukleoprotein). An der Charité in Berlin hingegen sind die Primer auf RdRP (RNA-abhängige RNA-Polymerase) sowie E- und N-Gen gerichtet. Die Centers for Disease Control in den USA hingegen bevorzugen Ziele im N-Gen, während das Institut Pasteur in Paris zwei Sequenzen in der RdRP anvisiert." (Labjournal.com)

Selbst innerhalb eines Landes - zumindest in Deutschland - gab es keine Einheitlichkeit in den Testkonzepten und der Testpraxis, keine verbindlichen Vorgaben und Qualitätskontrollen, zum Beispiel durch das RKI. Die Labore konnten Kits, die sich am Drosten-Test orientierten, oder andere Kits von Herstellern beziehen oder eigene Tests im Haus bauen. Was die Labore positiv meldeten, galt als positiv (auch als Nachweis einer (Neu-)Infektion oder Infektiosität oder als "Covid 19-Fall"). Welche Zielgenfragmente und wie viele davon jeweils nachgewiesen wurden, wollte niemand so genau wissen. Drosten unterlässt es von Anfang an bis heute bewusst, auf technische Fehlentwicklungen bei den Massentests am Menschen hinzuweisen, die ihm bekannt sind und die er mit herbeigeführt hat, weil das für ihn einfach keine "gewichtigen Erkenntnisse" sind.

Einrichten von 40 bis 45 Zyklen

Das gleiche Chaos mag bei den Schwellenwerten für die Amplifikationszyklen geherrscht haben. Obwohl es für Kenner und Praktiker der PCR-Methode schon immer eine Banalität war, dass die Technik keine eingebaute automatische Ja/Nein- oder Positiv/Negativ-Funktion hat, dass man, grob gesagt, mit endlosen Amplifikationszyklen ohne wirkliche Relevanz alles zum Glühen bringen kann, wurden vernünftige Ct-Werte in den ersten Monaten in einschlägigen Publikationen nicht einmal diskutiert. Das Drosten-Protokoll, das von der WHO Mitte Januar 2020 weltweit empfohlen wird, geht auf die Frage der Ct-Werte schlicht nicht ein und arbeitet selbst mit 45 Zyklen. Auch der zwei Monate später unter Mitwirkung von Christian Drosten entwickelte und am 19. März von der WHO veröffentlichte Testleitfaden für Labore (s.o.) geht auf die Ct-Wert-Frage, d.h. eine Richtlinie zur Unterscheidung positiv/negativ, nicht eindeutig ein. Es gibt nur einen - allerdings versteckten - Hinweis in dem Sinne, dass in einem ganz anderen Zusammenhang eine chinesische Studie vom 29. Januar, die anscheinend die einzige bisher ist, die irgendwelche Angaben zu den zugrunde zu legenden Ct-Werten macht: (Lesen Sie hier)

"Un valore di soglia del ciclo (valore Ct) inferiore a 37 è stato definito come un test positivo, e un valore Ct di 40 o più è stato definito come un test negativo".

Zum einen unterscheidet dieser Ct-Wert nur zwischen "wir haben formal etwas gefunden" (positiv nach weniger als 37 Zyklen = positiv) und "was wir suchen ist nicht in relevanter Form vorhanden" (positiv erst ab 40 Zyklen = negativ) mit einer Grauzone zwischen 37 und 40 Zyklen, während für eine vermutete Infektion kein Ct-Wert erforderlich ist, um eine ausreichende Menge der zu findenden Genfragmente ("Virus"-Last) zu bestimmen. Andererseits hat die WHO dies nicht einmal als groben Richtwert in ihre Richtlinien aufgenommen. Es lag also im Ermessen, in der Willkür der Labore, auf wie vielen Zyklen ihre Meldungen von "positiven Fällen" oder "Neuinfektionen" beruhten. Da die WHO die Frage offen ließ, ebenso wie das Drosten-Protokoll, das mit 45 Zyklen arbeitete, waren positive Meldungen von über 37 Zyklen wohl international üblich (während in China kaum "Fälle" gefunden wurden).

Nach einem halben Jahr "Testen, Testen, Testen" dauerte es bis Anfang September 2020, ausgelöst durch einen Artikel der New York Times vom 29. August, bis die Ct-Werte in der Öffentlichkeit, auch in deutschen Leitmedien, nicht nur als Ct-Wert für positive/negative Fälle, sondern sogar als einer für potentiell infektiös/nicht infektiös ("Virus"-Last) diskutiert wurden.

In der Tagesschau vom 06.09. hieß es zum Beispiel: (Lesen Sie hier)

Der Ct-Wert gibt einen Hinweis auf die Menge des Virus, das ein Patient in sich trägt. Er gibt an, wie viele Runden die PCR laufen muss, bevor virale DNA nachgewiesen wird. Bei einem Patienten mit viel Viruslast im Körper trifft der Test oft schon nach 10 bis 15 Ct-Runden, sagen Labormediziner. Braucht die PCR aber mehr als 30 Runden, um virales Material nachzuweisen, ist ein Patient sehr wahrscheinlich gar nicht mehr ansteckend. [...] Für Aufsehen sorgte diese Woche ein Artikel in der New York Times, der berichtete, dass Testdaten aus Nevada, Massachusetts und New York darauf hindeuten, dass bis zu 90 Prozent der PCR-Tests so hohe Ct-Werte aufweisen, dass die Patienten kaum noch Viren hatten. Der Epidemiologe Michael Mina von der Harvard University plädiert deshalb dafür, den Ct-Grenzwert bei 30 anzusetzen.

Für die Testpraxis in Deutschland ergaben "die Recherchen von WDR, NDR und SZ" kein besseres Bild. Auch hier "stoppen viele Labore, die die PCR-Tests auswerten [...], die Analyse nicht bei einem Ct-Wert von 30, sondern meist erst bei 37 oder 40 [...]". Zudem habe eine Umfrage bei Gesundheitsämtern ergeben, "dass der Wert oft gar nicht übermittelt wird. Dies führt aber dazu, dass die Gesundheitsämter ohne Ct-Wert meist auch keinen Hinweis auf den Infektionsgrad einer positiv getesteten Person haben. Auch die Labore bestätigen, dass die Meldung des Ct-Wertes an die Gesundheitsämter nicht in das Verfahren einbezogen ist. Das bedeutet, dass Quarantäneentscheidungen der Gesundheitsämter und Meldungen von "neuen Fällen" an diese und an das RKI zwischen März und September nicht auf der Grundlage des bestmöglichen Wissens getroffen wurden.

Relativ plötzlich, und als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, sprachen nun auch das RKI und Drosten öffentlich davon, dass alle positiven PCR-Testergebnisse von mehr als 30 Zyklen eine niedrige Viruslast bedeuten. Doch statt die Labore künftig auf Ct-Werte von maximal 30 für eine rein positive Interpretation und von weniger als 20 für eine Meldung eines durch Anamnese und Differentialdiagnostik zu bestätigenden Infektionsverdachts einzustellen und alle bis dahin gezählten "Fälle" der Vergangenheit auf der Basis von abzurufenden Befunddaten neu zu bewerten, eröffneten sie eine Diskussion, die angesichts der Tatsache, dass monatelang rechtsrelevant mit viel zu hohen Zyklen gearbeitet wurde, einen sophistischen und pompösen Nebenschauplatz darstellt: (RKI und Archiv)

Ausgerechnet Drosten, dessen Orientierungsprotokoll mit 45 Zyklen arbeitet, sagte nun, dass die Ct-Werte zu ungenau seien und dass es wichtig sei, den Probenvolumenanteil als absoluten Referenzwert zu bestimmen, aus dem sich für die Labore im Hinblick auf die von ihnen verwendeten Maschinen und andere Unterschiede genauere Ct-Werte ableiten ließen, z. B. 28 Zyklen für das eine Labor, 30 für das andere. Das RKI argumentierte ähnlich, und Drosten versprach (siehe Quelle oben), mit den RKI-Experten zusammenzuarbeiten, um einen solchen Referenzwert in naher Zukunft zu ermitteln. (Für mehr Details: hier und hier)

In der Zwischenzeit haben sich die Labore weder auf einen zumindest groben Ct-Wert von 30 festgelegt, noch haben Drosten und/oder das RKI bis heute (Ende Februar 2021) einen Probenmengenanteil als Referenzwert veröffentlicht. Vielmehr ist das Thema vernünftiger Ct-Werte seit Ende September wieder komplett aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Drosten, der gerade erst den US-Amerikanern zugestimmt hat, dass mehr als 30 Zyklen problematisch sind und dass viele positive Befunde zwischen März und September auf weit mehr als 30 Zyklen beruhten, erzählt dem Tagesspiegel Ende September letzten Jahres, es gehe um "wasserdichte Diagnostik", während er gleichzeitig wieder jede Intervention zur Verbesserung der offensichtlich miserablen Diagnosepraxis unterlässt.

Er weiß, was er tut (2)

Die Politik des Pandemie-Managements basiert auf der monatelangen Verbreitung von Fake News in den Mainstream- und sozialen Medien über genau die Aussagen, die die WHO selbst ein paar Monate später als Basiswissen einführt, um die Labore daran zu erinnern. Immer wieder wurde im März, April, Mai, Juni 2020 darauf hingewiesen, dass PCR-Tests per se und allein keine Infektionen nachweisen können, und dass schlecht konzipierte und schlecht gehandhabte Corona-PCR-Tests dazu führen können, dass - je nach Epidemie-Intensität, Test-Handhabung und Test-Zielpopulation - 30 Prozent, 50 Prozent, 70 Prozent, 90 Prozent oder mehr der gemeldeten "Neuinfektionen" falsch sind. Am 20. Januar 2021 - ein Jahr, nachdem der Drosten-PCR-Workflow weltweit empfohlen wurde, nach Monaten der Einzelgen-PCR-Tests, des Schweigens auf Ct-Ebene, einer internationalen Handlungspolitik, die allein auf PCR-Testergebnissen beruht ... veröffentlicht die WHO diese Information für "Anwender von In-vitro-Diagnostika (IVD)": (WHO)

Die diagnostischen Testrichtlinien der WHO für SARS-CoV-2 besagen, dass eine sorgfältige Interpretation von schwach positiven Ergebnissen erforderlich ist. Die zum Virusnachweis erforderliche Zyklusschwelle (Ct) ist umgekehrt proportional zur Viruslast des Patienten. Wenn die Testergebnisse nicht mit dem klinischen Bild übereinstimmen, sollte eine neue Probe entnommen und mit der gleichen oder einer anderen NAT-Technologie erneut getestet werden. Die WHO erinnert IVD-Anwender daran, dass die Prävalenz der Krankheit den Vorhersagewert der Testergebnisse verändert. Je mehr die Prävalenz abnimmt, desto mehr steigt das Risiko von falsch-positiven Ergebnissen. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mit einem positiven Ergebnis (SARS-CoV-2 nachgewiesen) tatsächlich mit SARS-CoV-2 infiziert ist, mit abnehmender Prävalenz sinkt, unabhängig von der behaupteten Spezifität. Die meisten PCR-Tests werden als diagnostischer Hilfsindikator verwendet. Daher müssen die Gesundheitsdienstleister jedes Ergebnis in Kombination mit dem Zeitpunkt der Probenentnahme, dem Probentyp, den Testspezifikationen, den klinischen Beobachtungen der Patientenanamnese, dem bestätigten Status von Kontakten und epidemiologischen Informationen melden. Von IVD-Anwendern durchzuführende Maßnahmen: [...] Eingabe des Ct-Wertes in den Bericht an den anfragenden Gesundheitsdienstleister." (Herv., T.M)

Auf einer Bundespressekonferenz von Boris Reitschuster damit konfrontiert, kann Drostens Antwort nicht dreister sein. (hier und hier).

Obwohl auch in Deutschland massenhaft symptomlose Menschen getestet wurden (was selbst nach RKI-Informationen 98 Prozent dieser positiven Ergebnisse falsch sind), obwohl im September unter Beteiligung von Drosten einige Tage lang klar wurde, dass in Deutschland zu viele Zyklen verwendet werden und die Labore die Ct-Werte nicht an die Gesundheitsbehörden gemeldet haben, obwohl viele Labore nachweislich schlechte Einzel-E-Gentests verwenden. Obwohl inzwischen selbst Olfert Landt, dessen Firma TibMolbiol den von ihm mitentwickelten Drosten-Test vertreibt, sagt, dass 50 Prozent aller gemeldeten "Neuinfektionen" keine Infektionen sind, behauptet Drosten, dass die fragliche WHO-Notiz nur als Aufforderung an technisch schlecht eingerichtete Dritte-Welt-Labore zu verstehen sei, die PCR-Anleitungen richtig zu lesen. So jedenfalls interpretiert er die WHO-Notiz - und Gesundheitsminister Spahn sekundiert ihm mit den Worten: "Das ist das Schöne an unserer pluralistischen Gesellschaft, dass man eine Information unterschiedlich bewerten kann." (RKI-Informationen und fuldaerzeitung)

Drosten unter Druck

Am 1. Februar 2021 heißt es im Medical Journal: "Der PCR-Nachweis ist der Standardtest zur Diagnose von Virusinfektionen wie SARS-CoV-2. Der Test weist einzelne Erregergene nach, nicht aber intakte Erreger." Dasselbe stand im Mai/Juni 2020 in der PCR-Anleitung der US-amerikanischen CDC sowie in einem Merkblatt des BAG (Bundesamt für Gesundheit - Schweiz) und der Swissmedic: Lesen Sie hier.

"Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist eine NAT-Methode (Nukleinsäure-Amplifikationstechnologie), die in der modernen Molekularbiologie verwendet wird, um in einer Probe vorhandene Nukleinsäuren (RNA oder DNA) in vitro zu vervielfältigen und anschließend mit geeigneten Nachweissystemen nachzuweisen. Der Nachweis von Nukleinsäure sagt jedoch nichts über das Vorhandensein eines infektiösen Erregers aus. Dies kann nur durch den Nachweis und die Vermehrung von Viren in der Zellkultur erfolgen."

Bei aller Schönheit einer pluralistischen Gesellschaft werden sich Millionen von Menschen, die unter Quarantäne stehen (vor allem die Symptomlosen unter ihnen), eines Tages fragen, auf welcher wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlage die einzelnen Quarantäneentscheidungen eigentlich getroffen wurden. Auch diejenigen, die unter den Absperrmaßnahmen leiden, werden zunehmend wissen wollen, wie viele falsch-positive Neuinfektionsmeldungen an der Überschreitung der 50- oder 35-Wochen-Häufigkeit beteiligt waren.

Es dürfte daher von wachsendem öffentlichem Interesse sein, wie Drostens Gutachten die Frage des Heidelberger Landgerichts beantwortet, ob PCR-Tests Infektionen im Sinne des §2 des Infektionsschutzgesetzes nachweisen können. Jedenfalls wird er einen Richter, der von ihm ein Gutachten verlangt, nicht so einfach abwimmeln können wie ein kritischer Journalist in einer Bundespressekonferenz.

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