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Alles in allem tragen wir einen Chemiecocktail über Nase und Mund, der nie auf seine Toxizität und nie auf Langzeitwirkungen getestet wurde.

Maskenanforderung

Es war die Angst vor Mutanten des Sars-CoV2-Virus, die die Ministerpräsidenten Mitte Januar veranlasste, die Maskenpflicht noch einmal zu verschärfen. Seitdem müssen wir in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln FFP2- oder OP-Masken tragen. Und genau diese Masken sind für diesen Einsatz nicht geeignet, denn "was wir uns über Mund und Nase stülpen, ist eigentlich Sondermüll", sagt Prof. Michael Braungart, der wissenschaftliche Leiter des Hamburger Umweltinstituts. Siehe hier.

Auch wenn das Vlies der meisten FFP2-Masken wie Papier aussieht, handelt es sich um einen thermoplastischen Kunststoff: Polypropylen. Hinzu kommen Klebstoffe, Bindemittel, Antioxidantien, UV-Stabilisatoren in großen Mengen. Außerdem fanden die Forscher des Hamburger Umweltinstituts und der Leuphana Universität Lüneburg, wo Michael Braungart Professor für Ökodesign ist, flüchtige organische Kohlenwasserstoffe in den zertifizierten Masken.

Einige von ihnen enthalten auch große Mengen an Formaldehyd oder Anilin und dann zusätzlich künstliche Duftstoffe, die den unangenehmen chemischen Geruch überdecken sollen. Bei den blau gefärbten OP-Masken wird meist auch Kobalt als Farbstoff verwendet.

Alles in allem tragen wir einen Chemiecocktail über Nase und Mund, der nie auf seine Toxizität und nie auf Langzeitwirkungen getestet wurde. Und weil die Chemikalien allein nicht genug zu sein scheinen, atmen wir auch noch Mikrofaserpartikel ein, die genau die richtige Größe haben, um sich in unserer Lunge festzusetzen oder von dort aus weiter durch den Körper zu wandern.

Chemischer Cocktail

Die Politiker, die uns diesen Chemiecocktail mit Mikroplastik als Masken verordnen, gehen von völlig falschen Voraussetzungen aus, sagt Michael Braungart. Das Gleiche gilt für die Menschen, die die Masken tragen:

Wir denken, da es sich um chirurgische Ausrüstung handelt, sollte sie gesund sein. Aber da die meisten Menschen in China, wo die meisten Masken hergestellt werden, noch nie über die Umwelt nachgedacht haben, verwenden sie alles, was funktioniert. Da ist der ganze Schmutz der Welt drin.

Michael Braungart, wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts.

Das Grundproblem: Die Inhaltsstoffe der Masken sind von der Zulassung nicht betroffen. Geprüft wird nur die Funktionalität. Wenn die Maske eine ausreichende Filterwirkung zeigt, wird sie zertifiziert. Und dann bekommen vor allem alte Menschen einen Brief von der Bundesregierung mit zwei Gutscheinen, mit denen sie gegen eine Zuzahlung von zwei Euro jeweils sechs Masken in der Apotheke abholen können. Ausgerechnet die Apotheken sorgen dafür, dass die Menschen ihren Giftcocktail bekommen.

Besonders problematisch sind die Mikroplastikfasern, die sich aus dem Maskenvlies lösen. Die Teams von Michael Braungart ließen die Masken untersuchen und fanden genau die Fasern, die nach der Definition der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) am gefährlichsten sind. In der "Staub-Info" der DGUV steht, lesen Sie hier:

"Faserige Stäube sind luftgetragene Partikel aus anorganischen oder organischen Stoffen, die eine langgestreckte Geometrie aufweisen. Eine besondere Rolle spielen Fasern, die eine Länge > 5 µm, einen Durchmesser < 3 µm haben und ein Längen-Durchmesser-Verhältnis von 3:1 überschreiten, da nur sie in die tieferen Atemwege eindringen können. Fasern mit dieser Geometrie werden auch als "WHO-Fasern" bezeichnet.

Auf der Seite der Unfallkasse gibt es lange Hinweise der Berufsgenossenschaften zum Arbeitsschutz beim Umgang mit solchen Fasern und Links zur Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, die die verschiedenen TRGS, die technischen Regeln für den Umgang mit Gefahrstoffen, auflisten. Und genau diese Gefahrstoffe sind es, die uns vorgeschrieben werden. Lungenschäden sind auch ohne einen Virus möglich.

Was ist zu tun?

Der Chemiker und Verfahrenstechniker Michael Braungart empfiehlt, die FFP2 und die OP-Masken vor dem Einsatz eine halbe Stunde in den Backofen zu legen und auf fünfzig Grad zu erhitzen. Mehr hält der Kunststoff nicht aus, aber diese Temperatur reicht aus, damit ein großer Teil des enthaltenen Schadstoffcocktails verdampft. Wenigstens trägt man sie dann nicht mehr direkt vor der Nase.

Außerdem sollten wir die Masken nicht über einen längeren Zeitraum tragen. Tests haben gezeigt, dass der Abrieb der Mikroplastikfasern aus dem Maskenvlies mit der Zeit deutlich zunimmt. Auch die mechanische Belastung beim Auf- und Absetzen der Masken führt zu einem erhöhten Faserabrieb. Medizinisches oder pflegerisches Personal, das die Masken nur trägt, wenn es in den Operationssaal oder auf die Intensivstation geht, und die Masken entsorgt, wenn es wieder herauskommt, ist weitaus weniger Mikrofasern ausgesetzt als Personen, die die Masken auf langen Fahrten oder bei der Arbeit über viele Stunden tragen müssen.

In jedem Fall sind die Masken nicht für eine Mehrfachnutzung geeignet. Das scheint der Bundesregierung nicht klar zu sein, die den Rentnern nur sechs vergünstigte Masken für zwei volle Monate zur Verfügung stellt.

Natürlich könnte man auch eine Stoffmaske, die in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr erlaubt ist, unter die vorgeschriebenen Chemiecocktails legen und hoffen, dass sie als Filter gegen Mikroplastik wirkt. Aber dann hat man zwei Masken auf der Nase, und das macht das Atmen nicht leichter, wie man vielleicht ahnt und der Selbstversuch zeigt. Aber mit einer besonders dünnen Stoffmaske könnte es funktionieren.

Lösung!

"Der einzige Know-how-Vorsprung, den wir Europäer haben, ist der Umwelt- und Gesundheitsschutz", sagt Michael Braungart: "Und den sollten wir nutzen!"

Also gründete der Professor im Mai gemeinsam mit Studentinnen der Leuphana Universität eine gemeinnützige GmbH, die das in den Studiengängen angesammelte und in Facharbeiten aufgearbeitete Wissen über Stoffkreisläufe und Materialien in die Praxis übersetzen soll. Das Start-up heißt Holy Shit und ist zunächst ein Beratungsunternehmen für Unternehmen, die ihre Produkte auf den "Cradle to Cradle"-Standard umstellen wollen. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip organisiert Stoffströme so, dass kein Abfall und damit keine Schadstoffe entstehen. Lesen Sie hier.

Mitten in der Pandemie gegründet, hat das Start-up Holy Shit nun auch eine schadstofffreie Gesichtsmaske, die vollständig biologisch abbaubar ist, als erstes eigenes Produkt entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Climatex AG wird diese Viva Mask nun von der bayerischen Viotrade GmbH produziert und vertrieben. Sie besteht - nein, nicht aus Baumwolle, sondern aus FSC-zertifizierter Zellulose. Denn anders als Baumwolle ist Zellulose kein Nährboden für Bakterien, auch nicht bei längerem Tragen.

Lange haben die jungen Entwickler nach einem geeigneten Material gesucht und der Maske dann eine zweilagige Form gegeben, in die nun noch ein Vlies eingelegt werden kann, das dem FFP2-Standard entspricht. Dieses gibt es zwar noch nicht in biologisch abbaubarer Form, aber es kann vor dem Waschen der Maske entfernt und zum Tragen wieder eingesetzt werden. Apropos Waschen: Fünfzig Mal soll die Maske das aushalten. Danach kann man sie auf den Kompost oder direkt in den Blumentopf geben, sagen die Entwickler.

Die Hersteller arbeiten derzeit daran, die Maskenkombination aus Zellulose und FFP2-Vlies zertifizieren zu lassen. Sobald dies erreicht ist, wird es eine Alternative zu den Schadstoffcocktails der Mikroplastikmasken geben, die auch einer Polizeikontrolle standhält.

In der Zwischenzeit wäre es eine schöne Aufgabe für das Bundesgesundheitsministerium, die von Bund und Ländern verordneten Masken auf ihre Gesundheitsschädlichkeit zu überprüfen. Vielleicht würden Jens Spahn und Lothar Wieler gerne wissen, was sie in ihren Gesichtern haben. Und welchen langfristigen Schaden die Maskenverordnung unserem Gesundheitssystem in einigen Jahren zufügen wird.


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